::English below::

Silvia Stecher,*1984 in Graz, ebenda Leben und Studium der Germanistik und Slawistik. Textarbeit als Lektorin (u. a. Kleine Zeitung) und literarische Übersetzerin aus dem Bosnischen/Kroatischen/Serbischen. Mitarbeit bei den Steirischen Literaturpfaden des Mittelalters. Veröffentlichung von eigenen Texten und Übersetzungen in perspektive – hefte für zeitgenössische literatur … (Graz), Übersetzungen in keine delikatessen#19 (Wien 2014), Relations1-2/2015, 1-2/2016 (Zagreb). Text-Text-Kooperation mit ralf b. korte (neulich war schon oder, Klagenfurt: Ritter 2015) und Bild-Text-Kooperation mit Franz Konrad (dinosaurs in paradise, Gruppenausstellung „Shifting Baselines“, Schaumbad, Graz 2017). Seit 2015 perspektiveOffice und Redaktion Graz.

Silvia Stecher, born 1984 in Graz, where she lives and studied German and Slavic philology. Text work as a lecturer (inter alia, Kleine Zeitung) and literary translator from the Bosnian / Croatian / Serbian. Participation in the Styrian literature trails of the Middle Ages. Publication of own texts and translations in perspective– shorthand for contemporary literature … (Graz), translations in keine delikatessen#19 (Wien 2014), Relations1-2/2015, 1-2/2016 (Zagreb). Text-text-cooperation with ralf b. korte (neulich war schon oder, Klagenfurt: Ritter 2015) and image-text cooperation with Franz Konrad (dinosaurs in paradise, group exhibition “Shifting Baselines”, Schaumbad, Graz 2017). Since 2015 perspectiveOffice and editor Graz.

 

::DA ZWISCHEN BALKAN:: ein exkurs:: (Auszug)

::ENGLISH::                    ::MAKEDONSKI::

While the rest of the continent starts the „Europeanization“ of the Balkans, we start the reverse process: we balkanize Europe. Please help with your contributions. Give your images, texts, sounds to contribute to the balkanized Europe of the future, ruft ein gra- zer künstlerkollektiv auf. balkanize it! und der berufsbalkanizer und šalabajzer danko rabrenović erklärt dir die unterschiedli- che fluchkultur zwischen dem serbischen und dem deutschen, denn beim fluchen trennen deutsche und jugos welten. deutsch empfinde ich als eine sehr reiche und präzise sprache, ideal für technische und philosophische zusammenhänge, aber geht es um emotionen, hat meine muttersprache die nase vorn. — jetzt ist dir klar, warum der ein endloshegelzitat als fußnote trägt, den du auf DEN BALKAN mitgenommen haben wirst, sich aber in der traurigkeit ganz balkanesk fühlt, BALKANESKwie der sevdah. jano mori, jano lele, sevdalino, moja rosna, jano mori, detelino

                                                ::Monika Moteska:: from the Serial:. Apokalypse::

auf DEINEM BALKAN aber fährt kein zug nach nirgendwo, dort fahren autobusse. sie liegen wie walfische in den bahnhöfen, die man nur über ein drehkreuz betreten kann, wenn man eine münze hineinwirft. von DIESEM BALKAN fährt man nach ganz restlich europa mit dem bus, und mit solchen gast und arbeiter bussen fährt man auch auf DEN BALKAN, wobei der buschauffeur in der regel nicht nur fahrgäste befördert, sondern gegen ein kleines entgelt persönliche zustellungen übernimmt, meist dokumente oder nahrungsmittel, ohne die es den angehöri- gen am anderen ende der strecke vermeintlich oder tatsächlich nicht gut gehen könne: käselaibe, speck, sarma. (und dir fällt ein, wie deine in der schweiz lebende tante sich bis heute der globalisierung widersetzt, indem sie weiterhin wie in den 60ern jahr für jahr den kofferraum zu hause im tessin mit schweizer schokoladentafeln füllt und sie mehreren hochsommerlichen schmelzvorgängen aussetzt, bis diese bei uns einlangen, statt die gleiche schokolade in österreich zu kaufen.) auf DEINEM BALKAN genießt der autobuskurier mehr vertrauen als andere botschaftswege und die fahrer selbst machen wiederum dich als gast zur kurierin, wenn du für sie die eine dir erlaubte stan- ge memphis mit über die grenzen nimmst. und es dauert eine ganze weile, bis du verstanden haben wirst, was dich die alte frau am bahnhof in sarajevo fragen will: nämlich wann der bus aus wien endlich einlange, sie warte auf einen koffer voller klei- dungsstücke, in die ihre tochter geldscheine eingenäht habe