Crauss.

Aus::Schönheit des Wassers::Verlagshaus Berlin::2013
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ich habe des nachts

vor der leiche einer jungen frau gestanden.

lichtloses weiss war gewachsen

von einem ende hinein in den raum.

denn ich sterbe vor schmerzen.

denn was zurückbleibt, ist traum.

 

Toni Shulajkovski::Dance of the mermaids::2014

 

welt in welt, denn jetzt ist sommer,

und lachspiegel gellen zwischen schaumbänken;

gedoppelte hingabe, sandiger zorn,

der verschlickt, so schnell sich burgen

wiederaufbauen und freunde neu finden.

krabbe und kind, kegel und qual

volles brennen: die erinnerung daran eine ewige

nessel. der welle entsetzen vor dem zerschellen

ist des kinds gespannte bereitschaft,

einen unendlichen sommer zu denken.

 

Toni Shulajkovski::Sometimes I find good reason to talk::

 

 

 

das licht überstrahlt und bleibt doch

diffus. an die küsten getrieben sind

glashäuter und schaumwesen: man

lernt nicht mehr laufen, wenn apo

kalyptischer mittsommer herrscht!

aus der luft ergeben sich schwärme

kosmischer spiegelflügler. die zugrouten

sind unterbrochen durch das vergehen

der welt. am ende triumphieren ho

rizontlösende nebel; alles wird gut

Toni Shulajkovski::A solemn procession::2010

 

Toni SHULAJKOVSKI::After all::2008

 

crepusculum. von unten leuchten die sterne; das ufer

ein halbmond. in der überschau: schlafende stadt,

eine schnurgerade doppelbarriere im zwielicht.

grenzhunde bellen, die nacht ist lebendig. heute atmet

die erinnerung bloss noch das salz in der luft. das blut

ist behutsam verblichen.

 

Toni SHULAJKOVSKI::Curiosity reveals the space::2013

 

Aus::CAMPARI & JAZZ::2005

 

FLUSSLAUF

 

st. clemens dämmert schon.

im hof spielen kinder.

da weht eine brise mich an da verschwindet

jemand schnell im haus und unten am fluss

greift etwas mir ins geweide. ich breche zusammen.

in der stadt warten die freunde ich aber laufe

ins land in die felder und schmiere

auf drachenschwüren ins schilf.

die liebe ist ein scheiss hör ich mich fluchen

der morgen muss irgendwann dämmern.

der horizont verschwimmt mir in tränen

es regnet verzweifelt. die welt ist zu voll

von dingen die man doppelt betont aber ich

habe den geschmack noch von unseren narben

im blut. in der pinte an der gablung der läufe

ein telephon. von hier aus

kehr ich nicht wieder.

 

Toni Shulajkovski::Identity::2012

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