{"id":970,"date":"2018-05-15T00:12:11","date_gmt":"2018-05-14T22:12:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/?page_id=970"},"modified":"2019-09-24T02:08:08","modified_gmt":"2019-09-24T00:08:08","slug":"12-rainer-maria-rilke-auguste-rodin","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/gedicht-und-bild\/12-rainer-maria-rilke-auguste-rodin\/","title":{"rendered":"::12::Rainer Maria Rilke:: Auguste Rodin"},"content":{"rendered":"<h4><a href=\"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/gedicht-und-bild\/\">::Gedicht und Gebilde::<\/a><\/h4>\n<h3><span style=\"font-size: 16px;\">::12:: Rainer Maria Rilke:: Auguste Rodin<\/span><\/h3>\n<h3><a href=\"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/rilke-2.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-971 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/rilke-2-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/rilke-2-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/rilke-2-180x180.jpg 180w, https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/rilke-2-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/h3>\n<h5>Aus:: Duineser Elegien<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>DIE SIEBENTE ELEGIE \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 <a href=\"http:\/\/www.slovokult.eu\/index.php\/avtori\/poezija\/rilke-rodin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em><strong>\u041c\u0430\u043a\u0435\u0434\u043e\u043d\u0441\u043a\u0438<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n<p class=\"initial\">Werbung nicht mehr, nicht Werbung, entwachsene Stimme,<br \/>\nsei deines Schreies Natur; zwar schrieest du rein wie der Vogel,<br \/>\nwenn ihn die Jahreszeit aufhebt, die steigende, beinah vergessend,<br \/>\nda\u00df er ein k\u00fcmmerndes Tier und nicht nur ein einzelnes Herz sei,<br \/>\ndas sie ins Heitere wirft, in die innigen Himmel. Wie er, so<br \/>\nw\u00fcrbest du wohl, nicht minder \u2013, da\u00df, noch unsichtbar,<br \/>\ndich die Freundin erf\u00fchr, die stille, in der eine Antwort<br \/>\nlangsam erwacht und \u00fcber dem H\u00f6ren sich anw\u00e4rmt, \u2013<br \/>\ndeinem erk\u00fchnten Gef\u00fchl die ergl\u00fchte Gef\u00fchlin.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Meditation-or-The-Inner-Voice.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-972 size-medium\" src=\"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Meditation-or-The-Inner-Voice-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Meditation-or-The-Inner-Voice-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Meditation-or-The-Inner-Voice.jpg 355w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a>O und der Fr\u00fchling begriffe \u2013, da ist keine Stelle,<br \/>\ndie nicht tr\u00fcge den Ton der Verk\u00fcndigung. Erst jenen kleinen<br \/>\nfragenden Auflaut, den, mit steigernder Stille,<br \/>\nweithin umschweigt ein reiner bejahender Tag.<br \/>\nDann die Stufen hinan, Ruf-Stufen hinan, zum getr\u00e4umten<br \/>\nTempel der Zukunft \u2013; dann den Triller, Font\u00e4ne,<br \/>\ndie zu dem dr\u00e4ngenden Strahl schon das Fallen zuvornimmt<br \/>\nim versprechlichen Spiel . . . . Und vor sich, den Sommer.<\/p>\n<p>Nicht nur die Morgen alles des Sommers \u2013, nicht nur<br \/>\nwie sie sich wandeln in Tag und strahlen vor Anfang.<br \/>\nNicht nur die Tage, die zart sind um Blumen, und oben,<br \/>\num die gestalteten B\u00e4ume, stark und gewaltig.<br \/>\nNicht nur die Andacht dieser entfalteten Kr\u00e4fte,<br \/>\nnicht nur die Wege, nicht nur die Wiesen im Abend,<br \/>\nnicht nur, nach sp\u00e4tem Gewitter, das atmende Klarsein,<br \/>\nnicht nur der nahende Schlaf und ein Ahnen, abends . . .<br \/>\nsondern die N\u00e4chte! Sondern die hohen, des Sommers,<br \/>\nN\u00e4chte, sondern die Sterne, die Sterne der Erde.<br \/>\nO einst tot sein und sie wissen unendlich,<br \/>\nalle die Sterne: denn wie, wie, wie sie vergessen!<\/p>\n<p>Siehe, da rief ich die Liebende. Aber nicht <i>sie<\/i> nur<br \/>\nk\u00e4me . . . Es k\u00e4men aus schw\u00e4chlichen Gr\u00e4bern<br \/>\nM\u00e4dchen und st\u00e4nden . . . Denn wie beschr\u00e4nk ich,<br \/>\nwie, den gerufenen Ruf? Die Versunkenen suchen<br \/>\nimmer noch Erde. \u2013 Ihr Kinder, ein hiesig<br \/>\neinmal ergriffenes Ding g\u00e4lte f\u00fcr viele.<br \/>\nGlaubt nicht, Schicksal sei mehr, als das Dichte der Kindheit;<br \/>\nwie \u00fcberholtet ihr oft den Geliebten, atmend,<br \/>\natmend nach seligem Lauf, auf nichts zu, ins Freie.<\/p>\n<p>Hiersein ist herrlich. Ihr wu\u00dftet es, M\u00e4dchen, <i>ihr<\/i> auch,<br \/>\ndie ihr scheinbar entbehrtet, versankt \u2013, ihr, in den \u00e4rgsten<br \/>\nGassen der St\u00e4dte, Schw\u00e4rende, oder dem Abfall<br \/>\nOffene. Denn eine Stunde war jeder, vielleicht nicht<br \/>\nganz eine Stunde, ein mit den Ma\u00dfen der Zeit kaum<br \/>\nMe\u00dfliches zwischen zwei Weilen \u2013, da sie ein Dasein<br \/>\nhatte. Alles. Die Adern voll Dasein.<br \/>\nNur, wir vergessen so leicht, was der lachende Nachbar<br \/>\nuns nicht best\u00e4tigt oder beneidet. Sichtbar<br \/>\nwollen wirs heben, wo doch das sichtbarste Gl\u00fcck uns<br \/>\nerst zu erkennen sich giebt, wenn wir es innen verwandeln.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Young-Girl-embraced-by-a-Marble-Ghost.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-973 size-medium\" src=\"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Young-Girl-embraced-by-a-Marble-Ghost-233x300.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Young-Girl-embraced-by-a-Marble-Ghost-233x300.jpg 233w, https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Young-Girl-embraced-by-a-Marble-Ghost.jpg 355w\" sizes=\"(max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Nirgends, Geliebte, wird Welt sein, als innen. Unser<br \/>\nLeben geht hin mit Verwandlung. Und immer geringer<br \/>\nschwindet das Au\u00dfen. Wo einmal ein dauerndes Haus war,<br \/>\nschl\u00e4gt sich erdachtes Gebild vor, quer, zu Erdenklichem<br \/>\nv\u00f6llig geh\u00f6rig, als st\u00e4nd es noch ganz im Gehirne.<br \/>\nWeite Speicher der Kraft schafft sich der Zeitgeist, gestaltlos<br \/>\nwie der spannende Drang, den er aus allem gewinnt.<br \/>\nTempel kennt er nicht mehr. Diese, des Herzens, Verschwendung<br \/>\nsparen wir heimlicher ein. Ja, wo noch eins \u00fcbersteht,<br \/>\nein einst gebetetes Ding, ein gedientes, geknietes \u2013,<br \/>\nh\u00e4lt es sich, so wie es ist, schon ins Unsichtbare hin.<br \/>\nViele gewahrens nicht mehr, doch ohne den Vorteil,<br \/>\nda\u00df sie&#8217;s nun <i>innerlich<\/i> baun, mit Pfeilern und Statuen, gr\u00f6\u00dfer!<\/p>\n<p>Jede dumpfe Umkehr der Welt hat solche Enterbte,<br \/>\ndenen das Fr\u00fchere nicht und noch nicht das N\u00e4chste geh\u00f6rt.<br \/>\nDenn auch das N\u00e4chste ist weit f\u00fcr die Menschen. <i>Uns<\/i> soll<br \/>\ndies nicht verwirren; es st\u00e4rke in uns die Bewahrung<br \/>\nder noch erkannten Gestalt. \u2013 Dies <i>stand<\/i> einmal unter Menschen,<br \/>\nmitten im Schicksal stands, im vernichtenden, mitten<br \/>\nim Nichtwissen-Wohin stand es, wie seiend, und bog<br \/>\nSterne zu sich aus gesicherten Himmeln. Engel,<br \/>\n<i>dir<\/i> noch zeig ich es, <i>da<\/i>! in deinem Anschaun<br \/>\nsteht es gerettet zuletzt, nun endlich aufrecht.<br \/>\nS\u00e4ulen, Pylone, der Sphinx, das strebende Stemmen,<br \/>\ngrau aus vergehender Stadt oder aus fremder, des Doms.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PBAL_Rodin_LAnge_d\u00e9chu_28012012.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-974 size-medium\" src=\"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PBAL_Rodin_LAnge_d\u00e9chu_28012012-300x207.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PBAL_Rodin_LAnge_d\u00e9chu_28012012-300x207.jpg 300w, https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PBAL_Rodin_LAnge_d\u00e9chu_28012012-768x530.jpg 768w, https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PBAL_Rodin_LAnge_d\u00e9chu_28012012-1024x707.jpg 1024w, https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/PBAL_Rodin_LAnge_d\u00e9chu_28012012-400x276.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>War es nicht Wunder? O staune, Engel, denn <i>wir<\/i> sinds,<br \/>\nwir, o du Gro\u00dfer, erz\u00e4hls, da\u00df wir solches vermochten, mein Atem<br \/>\nreicht f\u00fcr die R\u00fchmung nicht aus. So haben wir dennoch<br \/>\nnicht die R\u00e4ume vers\u00e4umt, diese gew\u00e4hrenden, diese<br \/>\n<i>unseren<\/i> R\u00e4ume. (Was m\u00fcssen sie f\u00fcrchterlich gro\u00df sein,<br \/>\nda sie Jahrtausende nicht unseres F\u00fchlns \u00fcberf\u00fclln.)<br \/>\nAber ein Turm war gro\u00df, nicht wahr? O Engel, er war es, \u2013<br \/>\ngro\u00df, auch noch neben dir? Chartres war gro\u00df \u2013, und Musik<br \/>\nreichte noch weiter hinan und \u00fcberstieg uns. Doch selbst nur<br \/>\neine Liebende \u2013, oh, allein am n\u00e4chtlichen Fenster . . . .<br \/>\nreichte sie dir nicht ans Knie \u2013?<br \/>\nGlaub <i>nicht<\/i>, da\u00df ich werbe.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pierre-and-Jacques-de-Wissant-Right-Hand.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-975 size-medium\" src=\"http:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pierre-and-Jacques-de-Wissant-Right-Hand-202x300.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pierre-and-Jacques-de-Wissant-Right-Hand-202x300.jpg 202w, https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pierre-and-Jacques-de-Wissant-Right-Hand.jpg 355w\" sizes=\"(max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a>Engel, und w\u00fcrb ich dich auch! Du kommst nicht. Denn mein<br \/>\nAnruf ist immer voll Hinweg; wider so starke<br \/>\nStr\u00f6mung kannst du nicht schreiten. Wie ein gestreckter<br \/>\nArm ist mein Rufen. Und seine zum Greifen<br \/>\noben offene Hand bleibt vor dir<br \/>\noffen, wie Abwehr und Warnung,<br \/>\nUnfa\u00dflicher, weitauf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auguste Rodin:: <a href=\"http:\/\/www.musee-rodin.fr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Musee Rodin:: Paris<\/a><\/p>\n<ol>\n<li>Meditation or The Inner Voice<\/li>\n<li>Young Girl embraced by a Marble Ghost<\/li>\n<li>Illusions Received by Earth (The fallen angel)<\/li>\n<li>Pierre and Jacques de Wissant, Right Hand<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>::Gedicht und Gebilde:: ::12:: Rainer Maria Rilke:: Auguste Rodin Aus:: Duineser Elegien &nbsp; DIE SIEBENTE ELEGIE \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u041c\u0430\u043a\u0435\u0434\u043e\u043d\u0441\u043a\u0438 Werbung nicht mehr, nicht Werbung, entwachsene Stimme, sei deines Schreies Natur; zwar schrieest du rein wie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":974,"parent":172,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/970"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=970"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/970\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3085,"href":"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/970\/revisions\/3085"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/172"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/974"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.slovokult-literatur.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}